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Der Georges Irat Model A Pourtout von 1927: Eine Liebesgeschichte zwischen einem Piloten und seinem Traumwagen

Der Georges Irat Model A Pourtout von 1927: Eine Liebesgeschichte zwischen einem Piloten und seinem Traumwagen

Eine Geschichte von Leidenschaft, Beharrlichkeit und einem der elegantesten Automobile Frankreichs

Es war einmal im Paris der 1920er Jahre, da lebte ein Juwelier… Aber zum Juwelier kommen wir später. Dies ist eine Liebesgeschichte. Beginnen wir stattdessen mit einem jungen Flugschüler namens Jean Charpentier — einem unheilbaren Romantiker, der sich eines Tages hoffnungslos verliebte. In ein Auto.

Fließende Linien und eine unverwechselbare Silhouette — der Georges Irat Modell A trägt seine Pourtout-Karosserie wie einen maßgeschneiderten Anzug.

Eine schicksalhafte Begegnung auf dem Pariser Autosalon

Jean Charpentier war einer jener jungen Männer, deren Seele sang und deren Herz sich danach sehnte zu fliegen. Er absolvierte seine Ausbildung zum Kampfpiloten an der Flugschule von Louis Blériot, dem legendären Pionier der französischen Luftfahrt, wo er beachtliches Talent zeigte. An einem Herbsttag, während seiner unterrichtsfreien Zeit, schlenderte er in den Pariser Autosalon.

Als er an den Ausstellungsflächen vorbeispazierte, auf denen vierzig ausländische Modelle und einundachtzig französische Automobile präsentiert wurden, blieb er plötzlich wie angewurzelt stehen. Vor ihm befand sich der Stand des Karosseriebauers Pourtout — und dessen Herzstück war ein prächtiger Georges Irat.

Die großen Schauhallen des Pariser Autosalons waren der Ort, an dem Träume geboren wurden — und wo ein junger Kadett für immer sein Herz verlor.

Georges Irat: Das Automobil der Elite

Die Firma Georges Irat war seit 1921 im gehobenen Preissegment tätig und lieferte prestigeträchtige Fahrzeuge mit ausgesprochen sportlichem Charakter. Gegen Ende der „Goldenen Zwanziger” umfasste ihr Produktionsprogramm sowohl Vier- als auch Sechszylinder-Modelle — Motoren, die das Unternehmen vollständig in Eigenregie fertigte und eine so wichtige Aufgabe niemandem anderem anvertraute.

Unter der Haube: alles in Eigenproduktion. Georges Irat vertraute keinem externen Zulieferer das schlagende Herz seiner Maschinen an.

Wichtige Fakten über Georges Irat in den 1920er Jahren:

  • 1921 gegründet, ausgerichtet auf wohlhabende Käufer, die Leistung und Prestige suchten
  • Fertigte eigene Motoren sowohl in Vier- als auch Sechszylinder-Konfigurationen
  • Nahm erfolgreich an bedeutenden Motorsportveranstaltungen teil
  • Startete beim allerersten 24-Stunden-Rennen von Le Mans im Jahr 1923
  • Firmenslogan: „Le Voiture de l’Elite” (Das Automobil der Elite)

Später, Mitte der 1930er Jahre, sollte die Marke zur Produktion einfacher Kleinwagen mit zugekauften Ruby-Motoren absteigen. Doch in ihren frühen Jahren baute Georges Irat solide, schnelle Maschinen, die sich auf Rennstrecken in ganz Europa einen hervorragenden Ruf erwarben.

Für den Boulevard geboren, auf der Rennstrecke bewiesen — Georges Irat verdiente sich sein Motto „Voiture de l’Elite” auf Rennstrecken in ganz Europa.

Die Handschrift von Pourtout: Französischer Karosseriebau nach Maß

Georges Irat-Automobile wurden ausschließlich als rollendes Chassis verkauft — die Käufer ließen individuelle Karosserien nach eigenem Geschmack bei spezialisierten Karosseriebauern anfertigen. Das besondere Fahrzeug, das den jungen Charpentier in seinen Bann zog, war von einem angesehenen Pariser Juwelier namens Vège bestellt worden, einem Mann von beträchtlichem Vermögen. Das Automobil hatte ihn 135.000 Francs gekostet — genug, um achtzehn Citroëns zu kaufen. Doch billige Autos interessierten den Juwelier nicht.

Die offene Karosserie wurde von Pourtout gefertigt, einem Karosseriebaubetrieb, der 1925 von Marcel Pourtout gegründet worden war.

In einem bescheidenen Atelier in Bougival formten Marcel Pourtouts zwölf Meisterhandwerker Metall zu rollenden Skulpturen.

Über die Werkstatt von Pourtout:

  • Ein Familienbetrieb, in dem Madame Henriette Pourtout die gesamte Buchhaltung führte
  • Beschäftigte gerade einmal zwölf Handwerker — allesamt Meister ihres Fachs von höchstem Rang
  • Ansässig in einer kleinen Werkstatt in Bougival, nahe Paris
  • Fertigte Karosserien für alles — von kleinen Fiats über sportliche Bugattis, fortschrittliche Voisins, Nutzfahrzeuge von Unic, heimische Panhards bis hin zu importierten Buicks
  • Zählte den ehemaligen französischen Ministerpräsidenten Georges Clemenceau zu seinen Kunden
  • Erwarb sich trotz eines Bestehens von weniger als fünf Jahren einen Ruf für Qualität und Stil
Jede Kurve bewusst gewählt, jede Fläche durchdacht — das Markenzeichen eines Karosseriebauers, der Bugattis und Voisins gleichermaßen einkleidete.

Die Geburt von „Georgette”

Der angehende Kampfpilot kehrte mehrfach zur Ausstellung zurück, nur um das Auto zu bewundern, das sein Herz gestohlen hatte. Heimlich gab er ihm den Spitznamen „Georgette”. Noch lange nachdem die Messe geschlossen hatte und der glückliche Besitzer seinen Kauf abgeholt hatte, erhaschte Jean flüchtige Blicke auf das Auto, wenn es durch die Straßen von Paris jagte.

In den Zulassungspapieren trug sie keinen Namen, doch in der Vorstellung eines jungen Mannes war sie längst getauft.

Schließlich schloss er seine Flugausbildung mit Bravour ab, doch inzwischen hatte die Weltwirtschaftskrise von 1929 zugeschlagen, das Leben hatte sich dramatisch verändert, und die Erinnerungen an jenes wunderbare Automobil verblassten allmählich im Hintergrund. Schließlich war Fliegen doch etwas ganz anderes als Autofahren.

Kriege, Wirtschaftskrisen und eine Karriere in den Lüften — das Leben kam dazwischen, doch manche Leidenschaften schlummern nur.

Ein unerwartetes Wiedersehen Jahrzehnte später

Viele Jahre später hielt das Schicksal ein weiteres Treffen für unseren Piloten bereit. Eines Tages, als er auf einer vertrauten Straße durch die Pariser Vororte fuhr, überholte ihn plötzlich ein offenes Auto, als stünde er still, und verschwand um die nächste Kurve.

Das wäre nicht weiter ungewöhnlich gewesen, hätte Charpentier irgendeinen billigen Citroën gefahren. Doch er saß am Steuer eines Zwei-Liter-Ballot — per Definition ein Sport- und Rennwagen, zwar gebraucht, aber von seinen eigenen Händen akribisch gepflegt. Jean trat sofort das Gaspedal durch, um zu sehen, wer ihn so mühelos abgehängt hatte, doch das geheimnisvolle Auto war spurlos verschwunden.

Irgendwo auf einer Vorortstraße bei Paris entzog sich ein Phantom aus poliertem Metall immer wieder knapp seiner Reichweite.

Die Verfolgungsjagd setzte sich über mehrere Begegnungen fort:

  • Das geheimnisvolle Automobil tauchte mehrfach vor Charpentier auf
  • Jedes Mal entkam es der Verfolgung
  • Er konnte es nicht einmal von vorne sehen, um das Herstelleremblem zu erkennen
  • Das Auto schien unglaublich schnell zu sein

Dann war ihm eines schönen Tages endlich das Glück hold. Er entdeckte das geheimnisvolle Auto direkt vor dem Tor einer Garage, sein Besitzer im Begriff, es hineinzufahren. Jean hielt sofort seinen Ballot am Straßenrand an, sprang heraus, ging um die Front des lang verfolgten Fahrzeugs herum… und stand wie vom Donner gerührt.

Vor ihm stand seine geliebte Georgette.

Ramponiert, schlecht nachlackiert und dennoch herrlich — der Moment des Wiedererkennens nach Jahren der Trennung.

Einen Traum zurückgewinnen

Das Auto war verwittert, leicht verbeult vom Pariser Verkehr und ziemlich nachlässig überlackiert. Doch es war unverkennbar sie.

Das Gespräch mit dem Besitzer ergab wenig Neues. Er hatte es zufällig gekauft, es lief hervorragend, aber der Verdeckmechanismus war völlig verklemmt und ließ sich nicht aufklappen. Bei schlechtem Wetter konnte man es schlicht nicht fahren. Der Boden faulte unter den Füßen, die Schweller brauchten Arbeit… Kurz gesagt, das Auto brauchte dringend Zuwendung, doch er war nie dazu gekommen und dachte daran, es gegen etwas Neueres zu verkaufen.

Glücklicherweise hatte der Pilot Charpentier an diesem Tag Geld bei sich. Er nahm den Besitzer beim Wort, übergab sofort eine Anzahlung und brachte seine geliebte Georgette bald endlich nach Hause — um sie zu reparieren und zu restaurieren.

Ein Handschlag, eine Baranzahlung, und Jahrzehnte der Sehnsucht fanden an einem einzigen Nachmittag ihr Ende.

Ein Werk der Liebe

Das Auto erforderte enorm viel Arbeit. Auch das Fahrwerk brauchte dringend Aufmerksamkeit. Offenbar war der Vorbesitzer einfach kein Mechaniker und hatte selten unter sein Auto geschaut.

Geduldige Hände und die Präzision eines Piloten — Charpentier restaurierte Georgette so, wie er seine Flugzeuge wartete: gründlich und mit Hingabe.

Die Restaurierungsreise:

  • Charpentier arbeitete ohne Hast, gründlich, mit Sorgfalt und Präzision
  • Er behob akribisch jedes Problem, das sich am Auto entwickelt hatte
  • Einige mechanische Teile mussten bei Spezialisten bestellt werden
  • Der Prozess bereitete ihm echte Freude und Zufriedenheit

Um diese Zeit lächelte Jean auch in anderer Hinsicht das Glück — er heiratete gut. Seine Frau war nicht nur schön, sondern auch klug und taktvoll genug, die Leidenschaft ihres Mannes für alte Autos niemals zu belächeln. So war der Pilot Charpentier aufrichtig zufrieden mit dem Leben. Glück strahlt aus seiner Korrespondenz jener Zeit, von der einiges in den historischen Unterlagen erhalten ist, die er während der Restaurierung zusammenstellte.

Er durfte Georgette nach Abschluss der Restaurierung sogar noch fahren — wenn auch nicht lange. In den frühen 1950er Jahren ergab sich eine Vertragsangebot mit dem amerikanischen Unternehmen Goodyear, genauer gesagt mit deren Abteilung in Akron, Ohio, die sich mit dem Entwurf und Bau von Luftschiffen befasste. Die Familie Charpentier musste in die Vereinigten Staaten umsiedeln und ließ das Automobil vorübergehend in einer Pariser Garage eingelagert zurück.

Versteckt in einer Pariser Garage wartete Georgette — ohne zu ahnen, dass der vorübergehende Abschied ihres Besitzers ein endgültiger werden sollte.

Ein bittersüßer Abschied

Der Pilot hatte offenbar die Absicht, nach Vertragsende nach Paris zurückzukehren, doch seine Karriere in Amerika nahm einen fulminanten Verlauf. Als er erkannte, dass er dauerhaft in den Staaten bleiben würde, verkaufte er seine geliebte Georgette 1960 schweren Herzens an einen ehemaligen Pariser Bekannten.

Das seltene Automobil folgte ihm schließlich nach Amerika, doch sie begegneten einander nie wieder.

Ein Ozean zwischen ihnen: Das Auto überquerte schließlich ebenfalls den Atlantik, doch ihre Wege kreuzten sich nie wieder.

Ein neues Kapitel: Professionelle Restaurierung

Das französische Automobil mit seiner maßgefertigten Karosserie tauchte Anfang der 1990er Jahre plötzlich bei einer Auktion auf. Dort entdeckte es der renommierte Sammler Noel Thompson, erwarb es sofort und schickte es zur vollständigen professionellen Restaurierung zu Automobile Restorations in New Jersey.

Fünf Jahre auf der Hebebühne in New Jersey — Spezialisten brachten jede Niete, jede Naht, jeden Glanz in den Zustand von 1927 zurück.

Die abschließende Restaurierung:

  • Die Spezialisten in New Jersey arbeiteten volle fünf Jahre an dem Auto
  • Sie brachten es in jedem Detail zu seiner ursprünglichen Pracht zurück
  • Die Qualität hätte vermutlich sogar seinen ersten Besitzer, den Juwelier Vège, zufriedengestellt
  • Das Auto steht heute als Zeugnis französischer Handwerkskunst der 1920er Jahre und der beständigen Liebe eines Piloten

Heute repräsentiert dieser prächtige Georges Irat Modell A Pourtout nicht nur ein Stück Automobilgeschichte, sondern eine Liebesgeschichte, die Jahrzehnte überspannt — ein Beweis dafür, dass manche Leidenschaften niemals wirklich verblassen.

Fast ein Jahrhundert später besteht der Georges Irat Pourtout fort — weniger ein Museumsstück als ein Liebesbrief, geschrieben in Stahl, Leder und Lack.

Der Georges Irat Modell A von 1927 mit Pourtout-Karosserie bleibt eines der schönsten Beispiele maßgefertigter französischer Automobilkunst aus dem goldenen Zeitalter des Karosseriebaus.

Foto: Andrey Khrisanfov
Dies ist eine Übersetzung. Den Originalartikel können Sie hier lesen: Georges Irat Model A Pourtout 1927 года в рассказе Андрея Хрисанфова

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